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Menschen aus allen Schichten, vom Kaiser bis zum Bauern, haben seit jeher Werke feiner Kalligraphie gesammelt. Kalligraphie hängt nicht nur als Rollbild oder gerahmt in einem Zimmer - man findet sie überall: in Geschäften, auf Neonreklamen, auf Denkmälern, in Steininschriften, und allesamt sind von hohem künstlerischen Wert. Auch umfangreiche Literatur lässt sich durch Kalligraphie ausdrücken. Man kann ein ganzes Gedicht, Lyriken, Briefe oder Zitate wiedergeben.

Die Kalligraphie ist mehr als nur eine Schreibübung. Sie stellt einen wichtigen Bestandteil der chinesischen Kultur dar und dient als Quelle für Ruhe und Gelassenheit. Sie bringt körperliche und geistige Vorteile, denn sie fördert Disziplin, Geduld und Ausdauer, ist eine Art Meditation und kann als Qi Gong Yangsheng ("Lebenskultivierung") betrieben werden. Viele geschichtlich bekannte Kalligraphen Chinas führten ein langes, erfülltes Leben. Ferner wird die Schreibkunst als wichtiger Teil der Ausbildung angesehen und verhilft die eigene Persönlichkeit zu entdecken.

Über Jahrtausende hinweg war der Einfluss, den die Kunst der chinesischen Kalligraphie auf die Ausgeglichenheit der Persönlichkeit und den intellektuellen Ausdruck hatte, nicht nur auf Chinas Grenzen beschränkt. Nachbarländer wie Japan, Korea und Nationen Südostasiens haben die chinesische Kalligraphie als Teil ihrer Kultur angenommen und ihre eigenen Schulen und Stile entwickelt.
Seit den 1950er findet die Kalligraphie auch in Europa vermehrt begeisterte Anhänger.